„Man lässt einen Teil seiner Persönlichkeit gehen“
Der viermalige PENNY DEL-Champion Frank Mauer nach seinem Karriereende im Interview
788 Spiele in der PENNY DEL, 160 Tore, 218 Vorlagen: Frank Mauer hat seine Karriere beendet. Der Nationalspieler hat in seiner Laufbahn einiges erreicht. Mit den Adler Mannheim holte der gebürtige Heidelberger 2015 den Titel und fügte mit Red Bull München in den folgenden drei Jahren drei weitere Titel an. Dazu kommen noch Finalteilnahmen 2012, 2019 und 2022. International gelang dem heute 35 Jahre alten Stürmer mit Red Bull München 2019 der Einzug ins Finale der Champions Hockey League und es stehen vier WM-Teilnahmen. Über allem steht allerdings der Gewinn der Silbermedaille bei den Olympischen Winterspielen 2018 in Pyeongchang.
Franky, deine Karriere hatte einiges zu bieten. Wie schwer ist es dir gefallen, dieses Kapitel offiziell zu beenden?
Es ist nie leicht, eine Karriere zu beenden. Man lässt in gewisser Weise ein Teil seiner Persönlichkeit gehen. Ich wollte von Kindesbeinen an Profi werden, habe es geschafft und jetzt endet es. Man weiß natürlich immer, dass irgendwann der Tag kommt, aber man schiebt es weg. Jetzt ist der Moment da uns es ist schwer. Aber jeder Profi erlebt diesen Tag irgendwann. Sei es, weil der Körper nicht mehr mitmacht oder weil man sich mehr der Familie widmen möchte. Bei mir war es ein Mix. Man wird nicht jünger und meine Familie möchte auch mehr von mir haben. Aber ich hatte eine tolle Karriere und kann mich nicht beschweren.
Wie blickst du auf deine Karriere zurück?
Ein paar Sachen habe ich gut gemacht und ein paar Dinge hätte ich vielleicht anders gemacht. Aber ich hatte großes Glück mit meinen Clubs, Mannheim, München sowie Berlin und meinen Teamkollegen, mit denen ich an sieben Finals der PENNY DEL teilnehmen und durfte und vier Titel holen konnte.
Was wird dir am meisten fehlen?
Es ist eigentlich genau das, was man immer hört: Die Jungs in der Kabine; das dumme Gelaber und das Lachen. Ich habe in meiner Karriere viele unterschiedliche Typen mit unterschiedlichen Charakteren kennengelernt, aber es waren alles gute Jungs. Aber wenn man sich dann wiedertrifft, seien es ehemalige Teamkollegen oder Jungs aus der Nationalmannschaft, ist das Lachen, sind die Erinnerungen wieder da. Es ist immer eine gute Atmosphäre und die Freundschaften bleiben. Ich habe viel gesehen und in jeder Hinsicht viel gelernt. Es war eine schöne Zeit, die alles übertrifft, was ich mir als Kind erhofft habe.
Was wird dir aus sportlicher Sicht für immer in Erinnerung bleiben?
In erster Linie die Momente, in denen du Titel holst. Also nicht das Älltägliche, sondern die Belohnung für deine Arbeit und die des ganzen Teams. Das mit den Jungs zu teilen, ist einfach schön. Und dann wäre da natürlich auch das Messen mit den Teamkollegen, der Konkurrenzkampf. Und dann waren da auch noch die Olympischen Spiele 2018, das war natürlich ganz speziell. Daran denkt man gerne zurück. Genau wie an das Finale der Champions Hockey League mit Red Bull München 2019. Es ist eigentlich immer die gleiche Geschichte: Wenn es um alles geht und es richtig ernst wird, dann macht es am meisten Spaß.
Wie geht es nach der Karriere auf dem Eis mit dir weiter?
Ich habe ein Angebot von 4sports aus der Schweiz angenommen und werde Spielerberater. Die Möglichkeit, Spieler zu beraten und Karrieren zu planen, hat mich sehr gereizt. Das ist eine sehr interessante Möglichkeit, dem Eishockey verbunden zu bleiben und gleichzeitig sinnstiftend zu sein. Das war ein guter Absprung. Aber vor allem freue ich mich jetzt darauf, mehr Zeit mit meiner Familie verbringen zu können.
Frank, wir danken für das Gespräch.